Kinderbücher
Tipps für eine frühe Leseförderung
Warum Leseförderung lange vor dem ersten selbst gelesenen Wort beginnt
Leseförderung beginnt nicht mit Arbeitsblättern. Sie beginnt mit Nähe, Sprache und Neugier.
Früh anfangen – ohne Leistungsdruck
Schon Babys und Kleinkinder können Bilderbücher anschauen, Stimmen hören und Sprache erleben. Es geht nicht darum, früh lesen zu können, sondern Bücher als etwas Vertrautes kennenzulernen.
Vorlesen ist Beziehung
Ein Kind auf dem Schoß, ein Buch dazwischen und ein paar Minuten gemeinsame Aufmerksamkeit: Vorlesen ist mehr als Sprachförderung.
Das Kind darf auswählen
Auch wenn zum zwanzigsten Mal dasselbe Buch gewünscht wird. Wiederholung gibt Sicherheit und ermöglicht Kindern, Sprache und Handlung immer genauer zu erfassen.
Über Bilder sprechen
„Was siehst du?“ – „Was glaubst du, passiert gleich?“ Bilderbücher laden zum Erzählen ein.
Reime und Sprachspiele
Fingerspiele, Lieder, Reime und Quatschwörter fördern die Freude an Sprache.
Wenn das Lesenlernen beginnt
Buchstaben und Laute dürfen spielerisch entdeckt werden. Wichtig ist, dass Übung nicht zur täglichen Prüfung wird.
Bücher müssen zum Kind passen
Interessen sind oft wichtiger als pädagogische Etiketten. Dinosaurier, Pferde, Fußball, Weltraum oder Magie können starke Lesemotoren sein.
Geschichten fördern Verstehen
Kinder lernen, Handlungen nachzuvollziehen, Zusammenhänge zu erkennen und Vermutungen anzustellen.
Fantasie braucht Raum
Beim Lesen entstehen eigene Bilder. Das unterscheidet Bücher von vielen fertigen Bildschirmwelten.
Perspektiven und Mitgefühl
Geschichten können zeigen, dass andere Menschen anders fühlen und denken.
Sich selbst wiederfinden
Kinder brauchen auch Figuren, in denen sie eigene Erfahrungen, Familienformen, Stärken oder Unsicherheiten wiedererkennen können.
Hörbücher gehören dazu
Hörgeschichten können Sprache und Fantasie anregen. Sie müssen das gemeinsame Vorlesen nicht ersetzen.
Zehn einfache Ideen für mehr Lesefreude
- feste Vorlesemomente
- Bücher sichtbar und erreichbar aufbewahren
- gemeinsam Bibliotheken besuchen
- Kinder auswählen lassen
- Bilder erzählen lassen
- Reime und Lieder nutzen
- Comics erlauben
- Hörbuch und Buch kombinieren
- nie mit anderen Kindern vergleichen
- aufhören, bevor Lesen zum Kampf wird
Leseförderung soll keine Angst vor Fehlern erzeugen. Das Ziel ist nicht das früheste Lesen, sondern ein positiver Zugang zu Geschichten.
An welches Buch erinnerst du dich aus deiner eigenen Kindheit?
